Der Weg unseres Kalksteins - von A(bbau) bis Z(ement)

Materialgewinnung, Zerkleinerung und Lagerung

Der wichtigste Ausgangsstoff für die Zementherstellung ist der Kalkstein. Dieser wird durch Großbohrlochsprengungen im Steinbruch gewonnen und anschließend mit werkseigenen Fahrzeugen zur Brecheranlage befördert. Dort wird der Kalkstein zu Schotter zerkleinert und in Silos zur weiteren Verarbeitung gelagert.

Rohmehlherstellung

Der gebrochene Kalkstein (Schotter) und Zusatzstoffe wie Warsteiner Kalkstein und Eisenoxid werden in Rohmühlen (Kugelmühlen) zu Rohmehl vermahlen und getrocknet. Die Rohmühlen arbeiten im Kreislauf mit einstellbaren Sichtern, in denen nur das Rohmehl abgeschieden wird, das die geforderte Mahlfeinheit erreicht hat. Das restliche Sichter-Grobgut gelangt wieder in die Rohmühlen zurück. Anschließend erfolgt die Lagerung in den dafür vorgesehenen Rohmehlsilos.

Granulierung, Brennprozess (Lepolverfahren) und Lagerung

Das homogene Rohmehl gelangt über Förderwege zu den Granuliertellern. Durch die Eindüsung von ca. 11 – 15% Wasser wird das Rohmehl zu Granalien geformt und in den Einlauf eines Rostvorwärmers aufgegeben. Die Trocknung des Granulats erfolgt bei ca. 250-300°C in der Trockenkammer. Der Kalkstein gelangt anschließend über eine Rostkette in die Heißgaskammer, in der Kohlendioxid (CO2) bei einer Temperatur von ca. 800-900°C aus dem Material austreibt. Im nachfolgenden Drehrohrofen wandern durch die Drehbewegung und Neigungslage des Ofens die Granalien zur Flamme und werden so weiter erhitzt. Bei einer Temperatur von ca. 1450°C sintert das Material. Hiermit ist die Phasenbildung (chemische Reaktionen) abgeschlossen, die für die spezifischen Eigenschaften des Zementklinkers erforderlich ist. Direkt im Anschluss daran wird der Klinker abgekühlt und zur Zwischenlagerung in die Klinkerhalle befördert.

Zementherstellung  

Der in Vorratsbunkern zwischengelagerte gebrannte Klinker wird in der Zementmühle (Kugelmühle) unter Zugabe von Sulfatträgern (Dihydrat und Anhydrit) zu Zement vermahlen. Je nach Zementsorte kommen auch andere Zusatzstoffe wie Kalksteinmehl und Hüttensand zum Einsatz. Mit Hilfe moderner Sichteranlagen wird der gebrannte Zementklinker je nach Festigkeitsklassen der unterschiedlichen Zementsorten aufgemahlen.

Lagerung und Verladung

Die Lagerung des Zements erfolgt in Silos nach Sorten und Festigkeitsklassen getrennt. Dort wird er als lose Ware in Silofahrzeuge oder als Sackware mit wetterfester Verpackung auf Paletten verladen. Die Portlandzementwerke Seibel & Söhne GmbH & Co. KG sind einer der größten Sackwarenanbieter in Deutschland.

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