Im Frühjahr 1927 erwarben die in Fritzlar bei Kassel geborenen Zwillingsbrüder Karl und Franz Seibel, die ein eigenes Gut in Neuengamme bei Hamburg bewirtschafteten, von dem Erwitter Landwirt Müller-König ein Grundstück an der Bahnhofstraße. Auf diesem errichteten sie am 13. Juni 1927 mit 55 Mitarbeitern das Zementwerk Gebrüder Seibel nach modernstem Stand der Technik mit zwei Schachtöfen zur Klinkerherstellung. Es war das zweite Naturzementwerk in ganz Deutschland, ein Novum für die Region. Das Geschäft florierte, sodass die Anlage 1935 auf vier Schachtöfen erweitert wurde.

Neue Technologien waren der Entscheidungsgrund der Gebrüder Seibel eine neuartige Drehofenanlage auf Basis modernster Konstruktionsmöglichkeiten zu errichten. Dies sollte allerdings nicht durch Modernisierung des vorhandenen Werkes, sondern mit der Grundsteinlegung eines neuen Werkes Seibel & Söhne erfolgen. Mit der Eintragung ins Handelsregister am 29. Juli 1950 wurde dies amtlich, sodass im Jahre 1953 nach Fertigstellung des ersten Drehofens die Zement-Produktion aufgenommen werden konnte. Durch die stetig wachsende Nachfrage nach dem Bindemittel Zement wurde die Kapazität in den folgenden 10 Jahren um zwei zusätzliche Drehöfen erweitert.

Nach dem Tod der Zwillingsbrüder Franz und Karl Seibel übernahmen deren Kinder Franz-Clemens und Konrad Seibel sowie Heinrich und Karl jun. Seibel bis zur Trennung der Firmen im Jahr 1967 gemeinsam die Geschäftsführung.

(Quellen u. a.: 1100 Jahre Erwitte, 1936; Heimatkalender des Kreises Soest 1977; Josef Ramesohl: Die Stein- und Zementindustrie)