Bereits 1681 erbauten Graf von Landsberg und Herr von Droste in der Steinkuhle einen Kalkofen, in dem Kalksteine gebrannt wurden. Aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm man sich in Erwitte dem Aufbau dieses neuen Industriezweiges der Kalksteinverarbeitung an. Noch bis ins Jahr 1920 lebte die Stadt zum größten Teil von der Tabak- und Zigarrenindustrie. Im Jahr 1906 hatten der Bauunternehmer Johannes Postert und der Ziegeleibesitzer Friedrich Sträter die Idee, das Erwitter Gestein auf seine Qualität prüfen zu lassen - und dies, wie sich herausstellte, mit einem erstklassigen Ergebnis. Doch selbst die Bemühungen der Gemeinde Erwitte, wonach der Gemeindevorstand Dr. Hechelmann 1910 in einer Fachzeitschrift zur Ansiedlung von Zementwerken in Erwitte aufrief, fruchteten nicht. Erst nach dem Ersten Weltkrieg errichtete Bernhard Plassmann aus Unna 1919 die Firma Kalk- und Steinindustrie. Nach schleppenden Anfängen erfolgte ab 1926 mit Hilfe der Gemeinde Erwitte der rasante Bau von sechs Zementwerken, die der Gemeinde zu neuer Blüte verhalfen. Förderlich hierbei war u. a. der Bau der Bahnstrecke Lippstadt-Warstein, die die Erwitter Zementwerke an das Schienennetz anschlossen.